Tortuguero Nationalpark
Costa Ricas Schutzgebiet für Meeresschildkröten und Artenvielfalt
Der an der Karibikküste Costa Ricas gelegene Nationalpark Tortuguero zählt zu den bedeutendsten Naturschutzgebieten und Ökotourismus-Zielen des Landes. Bekannt als Nistplatz für Meeresschildkröten, insbesondere die Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas), dient der Park diesen bedrohten Tieren als wichtiger Schutzraum. Neben seinen Schildkrötenpopulationen beherbergt Tortuguero eine reiche Vielfalt an Ökosystemen, darunter tropische Regenwälder, Mangrovensümpfe, Lagunen und Flüsse. Sie bilden ein komplexes Netzwerk von Lebensräumen, das einer Vielzahl von Wildtierarten Lebensraum bietet.
Tortuguero hat sich zu einem wichtigen Ort für den Schutz gefährdeter Arten entwickelt, und seine einzigartige Artenvielfalt macht es zu einem der beliebtesten Reiseziele für Reisende, die ein intensives Naturerlebnis suchen.

Geschichte
Der Tortuguero-Nationalpark wurde 1975 mit dem Hauptziel gegründet, die Niststrände der Meeresschildkröten zu schützen. Seit seiner Gründung hat der Park maßgeblich zum Schutz verschiedener Schildkrötenarten beigetragen, insbesondere der Grünen Meeresschildkröte, der Echten Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata) und der Lederschildkröte (Dermochelys coriacea). Im Laufe der Zeit wurde deutlich, dass der Schutz nicht nur der Strände, sondern auch der umliegenden Ökosysteme – wie Wasserwege, Flüsse und Regenwälder – für das langfristige Überleben dieser Arten unerlässlich ist.
Heute ist der Tortuguero-Nationalpark ein wichtiges Ökotourismus-Ziel in Costa Rica und dient als Vorbild für nachhaltigen Tourismus, der den Umweltschutz in den Vordergrund stellt und einen tiefen Respekt vor der Natur fördert.
Standort
Der Tortuguero-Nationalpark liegt in der Provinz Limón an der Nordostküste Costa Ricas. Seine abgelegene Lage hat maßgeblich zum Erhalt seiner reichen Artenvielfalt beigetragen. Da der Park nicht über Straßen erreichbar ist, erfolgt die Anreise meist per Boot oder Flugzeug.
Reisende erreichen den Park üblicherweise von La Pavona aus, einem kleinen Dorf an der Karibikküste. Von dort aus kann man mit dem Boot über Flüsse und Kanäle zum Parkeingang fahren. Alternativ gibt es regelmäßige Flüge von San José nach Tortuguero mit kleinen Flugzeugen. Die Bootsfahrt ist ein besonderes Erlebnis: Besucher gleiten durch die von dichter Vegetation gesäumten Wasserwege und begegnen dabei oft einheimischen Wildtieren.
Biodiversität
Der Tortuguero-Nationalpark besticht durch eine bemerkenswerte Vielfalt an Ökosystemen, die alle zu seiner außergewöhnlichen Biodiversität beitragen. Von den Niststränden der Meeresschildkröten über die dichten Regenwälder bis hin zu den komplexen Netzen aus Flüssen und Feuchtgebieten umfasst der Park vielfältige Lebensräume, die eine große Artenvielfalt beherbergen.
Tropische Regenwälder
Der Park ist überwiegend von tropischen Regenwäldern bedeckt, die einer Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten ein Zuhause bieten. Imposante Bäume wie Ceiba, Mandel- und Mangobäume sowie verschiedene Lianenarten bilden ein dichtes Blätterdach, das Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Amphibien Schutz bietet. Zu den bemerkenswerten Säugetieren des Parks zählen Brüllaffen (Alouatta palliata), Klammeraffen (Ateles geoffroyi) und Pumas (Puma concolor).
Flüsse und Kanäle
Eine der markantesten Eigenschaften des Parks ist sein Netz aus Flüssen und Kanälen, die einen wichtigen Lebensraum für eine Vielzahl von Wildtieren bieten, darunter Krokodile, Alligatoren und zahlreiche Fischarten. Diese Wasserwege bieten Besuchern zudem die einzigartige Möglichkeit, den Park mit dem Boot zu erkunden und dabei Wasserlebewesen wie Seerosen, farbenprächtige Fische und Zugvögel zu beobachten.
Mangroven und Feuchtgebiete
Die Mangroven und Feuchtgebiete in Tortuguero sind für das Ökosystem von entscheidender Bedeutung. Sie dienen als Brutgebiete für Fische und bieten verschiedenen Vogelarten, darunter Reihern und Silberreihern, einen Zufluchtsort. Diese Gebiete schützen zudem die Küste und tragen zur Erosionsverhinderung bei.
Tierwelt des Tortuguero-Nationalparks
Tortuguero ist bekannt für seine reiche Artenvielfalt, und mehrere Arten sind zu ikonischen Symbolen der Tierwelt des Parks geworden:
Meeresschildkröten
Tortuguero ist ein wichtiger Nistplatz für Meeresschildkröten, insbesondere für die Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas), die von März bis Oktober an die Strände des Parks kommt, um ihre Eier abzulegen. Auch andere Schildkrötenarten, wie die gefährdete Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata) und die Lederschildkröte (Dermochelys coriacea), nisten hier. Der Schutz der Schildkrötennester ist ein zentrales Anliegen des Naturschutzes im Park.
Säugetiere
Der Park beherbergt eine Vielzahl von Säugetierarten, darunter verschiedene Affenarten wie Brüllaffen, Klammeraffen und Kapuzineraffen. Auch größere Säugetiere wie Jaguare (Panthera onca), Ozelots (Leopardus wiedii) und Pumas leben im Park, sind aber eher scheu und schwer zu entdecken.
Vögel
Tortuguero ist ein Paradies für Vogelbeobachter: Über 400 Vogelarten wurden hier bereits nachgewiesen. Zu den bemerkenswertesten Arten zählen der Trogon (Trogon elegans), Spechte, Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) und Silberreiher (Ardea alba). Der Park dient zudem als wichtiger Rastplatz für Zugvögel auf ihrem Weg nach Norden oder Süden und ist daher ein bedeutendes Ziel für Vogelbeobachter.
Reptilien und Amphibien
Im Park gibt es zahlreiche Reptilien und Amphibien. Besucher können Alligatoren, Krokodile und verschiedene Schlangenarten entdecken, darunter die Boa Constrictor und die giftige Korallenotter. Auch mehrere Froscharten sind hier beheimatet, darunter der bekannte Rotaugenlaubfrosch (Agalychnis callidryas).
Weitere Informationen zum Tortuguero-Nationalpark finden Sie auf der SINAC-Website: Tortuguero-Nationalpark
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