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Seidenameisenbär

Seidenameisenbär

Wissenschaftlicher Name: Cyclopes didactylus
Familie: Myrmecophagidae

Beschreibung
Der Seidige Ameisenbär, auch als Zwergameisenbär bekannt, ist ein kleiner, nachtaktiver Säuger, der hochspezialisiert auf eine insectivore Ernährung ist. Sein Fell ist weich, dicht und seidig, meist silbrig-grau oder bräunlich auf dem Rücken und heller, cremefarben am Bauch. Das lange Fell hilft, ihn im Wald zu tarnen, während das spärliche Fell an der Unterseite Reibung beim Klettern verringert. Das Gesicht des Seidigen Ameisenbären ist lang und schmal, mit einer auffälligen röhrenförmigen Schnauze, die perfekt zum Fressen angepasst ist. In der Schnauze befindet sich eine lange, klebrige Zunge, die mehrmals so lang wie der Kopf ist und es dem Ameisenbär erlaubt, Ameisen und Termiten tief in ihren Nestern zu erreichen. Die kleinen, runden Augen sind an den nachtaktiven Lebensstil angepasst. Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist seine geringe Größe und die spezialisierten Hände. An den Vordergliedmaßen befinden sich zwei lange, gebogene Krallen, die zum Greifen von Baumstämmen und Ästen sowie zum Aufbrechen von Ameisennestern dienen. Diese Krallen nutzt der Ameisenbär sparsam, während er sich stärker auf seinen Greifschwanz und die lange Zunge verlässt.

Größe und Gestalt
Der Seidige Ameisenbär gehört zu den kleinsten Vertretern seiner Familie, mit einer Körperlänge von 40–50 cm und einem zusätzlichen Schwanz von etwa 40 cm. Das Gewicht liegt zwischen 300 und 600 Gramm, was ihn leicht und wendig macht. Der schlanke, verlängerte Körper, die kurze aber kräftige Beine und der Greifschwanz ermöglichen ein geschicktes Bewegen durch die Baumkronen. Die Vorderkrallen sind stark und gebogen, ideal zum Klettern und Fressen.

Lebensraum und Verbreitung
Der Seidige Ameisenbär lebt in Mittel- und Südamerika, vor allem in tropischen Wäldern von Panama, Costa Rica, Nicaragua sowie Teilen von Kolumbien und West-Venezuela. Er bewohnt die oberen und mittleren Schichten des Regenwaldkronendachs und ist vollständig baumbewohnend. Im Manuel-Antonio-Nationalpark ist der Seidige Ameisenbär ein seltener, aber faszinierender Bewohner des tropischen Regenwaldes. Durch seine nachtaktive und versteckte Lebensweise ist er schwer zu beobachten, findet aber in den dichten, feuchten Wäldern des Parks reichlich Nahrung und Schutz.

Natürliche Geschichte und Verhalten
Der Seidige Ameisenbär ernährt sich fast ausschließlich von Ameisen und Termiten, die er mit seiner langen, klebrigen Zunge aus den Nestern holt. Die Zunge kann bis zu 25 cm lang sein. Aufgrund seines langsamen Stoffwechsels benötigt er nur kleine Mengen Nahrung. Er ist ein Einzelgänger, der die meiste Zeit in Bäumen verbringt. Langsame, bedachte Bewegungen, die kräftigen Krallen zum Festhalten an Ästen und der Greifschwanz helfen ihm, sicher durch das Kronendach zu navigieren. Hauptsächlich nachtaktiv, schläft er tagsüber in Ästen oder Baumhöhlen. Die Fortpflanzung ist wenig dokumentiert, erfolgt aber vermutlich wie bei anderen Ameisenbären: Nach einer mehrmonatigen Tragzeit wird ein Jungtier geboren, das die ersten Monate vollständig von der Mutter abhängig ist.

Gefährdungsstatus
Der Seidige Ameisenbär gilt laut IUCN als „Least Concern“ (nicht gefährdet). Bedrohungen entstehen durch Lebensraumverlust durch Abholzung und menschliche Eingriffe. Tropische Wälder, die für Landwirtschaft und Holzgewinnung gerodet werden, verringern den Lebensraum dieser Art. Im Manuel-Antonio-Nationalpark profitiert der Seidige Ameisenbär von Schutzmaßnahmen, die seine Lebensräume erhalten. Trotz seltener Sichtungen bietet der Park ein weitgehend ungestörtes Umfeld, in dem diese einzigartige Art gedeihen kann.

Der Seidige Ameisenbär ist ein bemerkenswertes Beispiel für Spezialisierung und Anpassung im tropischen Wald Mittel- und Südamerikas. Mit seiner spezialisierten Ernährung und baumbewohnenden Lebensweise spielt er eine wichtige Rolle für das Gleichgewicht der Insektenpopulationen im Ökosystem des Manuel-Antonio-Nationalparks.

© Online-Dienste des Manuel Antonio Nationalparks

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