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Dreifingerfaultier

Three-toed Sloth

Wissenschaftlicher Name: Bradypus variegatus
Familie: Bradypodidae

Beschreibung
Das Dreifinger-Faultier ist ein langsam bewegendes, baumbewohnendes Säugetier, das sofort durch sein unverwechselbares Aussehen erkennbar ist. Sein Körper ist mit langem, grobem Fell bedeckt, das typischerweise braun oder grau ist und oft einen grünlichen Schimmer aufweist, der durch Algenbewuchs im Fell entsteht. Diese Algen dienen als Tarnung und helfen dem Faultier, sich in seinem Waldlebensraum zu verstecken. Das Gesicht ist relativ flach, mit kleinen, runden Augen und einem leicht hochgezogenen Mund, was ihm einen dauerhaften „Lächel“-Ausdruck verleiht. Die großen, runden Ohren sind kaum sichtbar, unter dem Fell verborgen, und das Gesicht wird durch einen hellen Fellring um die Augen eingerahmt. Eine der auffälligsten Eigenschaften des Dreifinger-Faultiers sind seine langen, gekrümmten Krallen. Im Gegensatz zu vielen anderen Tieren sind die Krallen des Faultiers speziell dafür angepasst, kopfüber an Ästen zu hängen. Jeder Fuß hat drei Zehen, deren Krallen sich fest um Äste krümmen können. Diese Anpassung ist für das Leben in den Bäumen unerlässlich und ermöglicht es dem Faultier, trotz seiner langsamen Bewegungen relativ mühelos durch die Baumkronen zu navigieren.
Größe und Gestalt
Das Dreifinger-Faultier ist ein mittelgroßes Säugetier mit einer Körperlänge von 50–60 cm und einer Schwanzlänge von 3–4 cm. Das Gewicht liegt normalerweise zwischen 4 und 7 kg, wobei Männchen in der Regel etwas kleiner sind als Weibchen. Trotz seiner kompakten Größe wirken die langen Gliedmaßen und die Greifkrallen ungewöhnlich lang im Vergleich zum Körper. Der Körper ist stämmig, der Kopf relativ kurz und das Gesicht lang und schmal. Die typische Haltung ist ständiges Hängen, da das Faultier den Großteil seines Lebens an Ästen oder Baumstämmen verbringt. Es bewegt sich sehr langsam und bedächtig, wobei die langen Krallen sich um Äste krümmen, um Stabilität beim Fressen oder Schlafen zu gewährleisten.
Lebensraum und Verbreitung
Das Dreifinger-Faultier lebt hauptsächlich in den tropischen Wäldern Mittel- und Südamerikas, einschließlich Costa Rica, Panama, Kolumbien und Nordbrasilien. Es bevorzugt Tiefland-Regenwälder mit dichter Baumkronendecke, die Schutz und Nahrung bieten. Im Manuel-Antonio-Park ist das Dreifinger-Faultier ein häufiger Bewohner, oft hängend in den Bäumen der üppigen Regenwälder. Die verschiedenen Waldtypen des Parks, sowohl Primär- als auch Sekundärwälder, bieten ideale Lebensbedingungen. Besucher haben gelegentlich Glück, eines dieser langsam bewegenden Tiere in den Baumkronen zu entdecken, wo es sich gut in das Blätterdach einfügt.
Natürliche Geschichte und Verhalten
Das Dreifinger-Faultier ist ein Pflanzenfresser, der sich hauptsächlich von Blättern, Blüten und Früchten verschiedener Bäume ernährt. Aufgrund seines langsamen Stoffwechsels benötigt es nur geringe Mengen Nahrung und kann mehrere Tage ohne große Mahlzeiten auskommen. Typische Futterbäume sind Cecropia-Arten und verschiedene Palmenarten. Die auffälligste Eigenschaft des Faultiers ist seine extrem langsame Bewegung. Sein niedriger Energiebedarf und die Verdauung faserreicher Blätter erfordern ein bedächtiges Tempo. Faultiere legen nur etwa 40 Meter pro Tag zurück und schlafen zwischen 15 und 20 Stunden täglich. Die langen, gebogenen Krallen ermöglichen ein müheloses Hängen an Ästen über lange Zeiträume, und der Greifschwanz bietet zusätzliche Stabilität. Das Verdauungssystem ist auf die langsame Verarbeitung harter Blätter spezialisiert, ein Vorgang, der mehrere Tage dauern kann. Diese Anpassungen helfen, Energie zu sparen. Faultiere sind Einzelgänger, interagieren jedoch gelegentlich während der Paarungszeit. Männchen geben laute Rufe von sich, um Weibchen anzulocken. Nach der Paarung trägt das Weibchen ein einzelnes Jungtier etwa sechs Monate lang. Das Babyfaultier wird vollständig behaart geboren, klammert sich an die Mutter und bleibt mehrere Monate bei ihr, bevor es selbstständiger wird.
Gefährdungsstatus
Das Dreifinger-Faultier wird von der IUCN als „nicht gefährdet“ eingestuft, mit stabiler Population und weiter Verbreitung. Bedrohungen bestehen jedoch durch Lebensraumverlust aufgrund von Abholzung, Landwirtschaft und menschlicher Besiedlung, die zu fragmentierten Waldgebieten führen. Die Schutzmaßnahmen im Park sichern den Lebensraum des Faultiers und begrenzen menschliche Einflüsse. Obwohl die Art derzeit nicht vom Aussterben bedroht ist, ist der Erhalt der tropischen Wälder entscheidend, um gesunde Populationen zu gewährleisten.
Bedeutung
Das Dreifinger-Faultier ist ein ikonisches Tier der Regenwälder Mittel- und Südamerikas. Seine langsamen Bewegungen, Tarnung und energieeffiziente Lebensweise machen es zu einem faszinierenden Bewohner des Manuel-Antonio-Parks. Schutzmaßnahmen sind entscheidend, damit zukünftige Generationen diese einzigartigen, liebenswerten Tiere weiterhin in freier Wildbahn erleben können.

© Online-Dienste des Manuel Antonio Nationalparks

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